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Geschichte des Stücks

«Mein Gott, wie trostlos soll es hier noch werden. Wann wirst Du enden unsere grosse Qual, wann wird er f lieh‘n der schwarze Tod, der kalte, der schon so viele dahingerafft, der sie geknickt all die schönen Rosen, die kaum den Frühling haben angelacht.»

Historischer Hintergrund

Der schwarze Tod hatte im späten Mittelalter bis ins 17. Jahrhundert hinein weitherum Angst und Schrecken verbreitet. In einer altehrwürdigen Gelübdeurkunde ist überliefert, dass die Gemeinde Mosnang in den Jahren 1565–1569 besonders schwer unter der Pest zu leiden hatte. Mitüberliefert ist der Name des damaligen Pfarrherrn Jakob Stössel, der einen Gebetsfeldzug mit jährlich durchzuführenden Prozessionen angelobte.

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Entstehung eines Theaterstücks

Die Jahrhunderte überdauernde Tradition regte 1903 den jungen Libinger Lehrer Emil Stieger zu seinem historischen Schauspiel in 5 Akten «Der Schwarze Tod» oder «Der Letzte von Halden» an. Halden ist einer jener heimgesuchten Orte, die in der Pesturkunde namentlich erwähnt sind. Der gleichzeitig in Mosnang wirkende, musikalisch begabte Pfarrer Carl Jakob Eisenring komponierte die im Theatergeschehen vorkommenden Gesänge. Mit ansehnlichem Publikumserfolg wurde Stiegers Schauspiel in Mosnang im Februar 1903 erstmals aufgeführt. Die Erinnerung an das ergreifende Theaterstück blieb in Mosnang wach und liess es im Januar/Februar 1924 erneut mehrmals über die Bühne gehen.

Ein Schauspiel mit Tradition

Wieder nahezu eine Generation später führten Mosnanger Vereine das Schau spiel im Januar 1947 fünf mal auf. 1965, als der urkundlich erwähnte Beginn des «Mosnanger» Pestzuges sich zum 400. Mal jährte, wurde ein Gedächtnisanlass organisiert, bei dem wiederum das Theaterstück «Der Schwarze Tod» im Fokus stand. Noch bevor 30 Jahre verstrichen sind hat sich der Männerchor Mosnang dazu entschlossen, das Schauspiel in überlieferter Fassung, jedoch in neuem Rahmen im Saal mit einem Bühnenbild darzubieten.

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